Kryptomining im Jahr 2021 – Lohnt sich das?

Mining von Kryptowährungen - Lohnt sich das?

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von dem Nachbar, eines Freundes, dessen Freund durch seine Miningfarm im Kinderzimmer tausende von Euro in Form von Kryptowährungen verdient? Ist Mining vielleicht wirklich eine unterschätzte Möglichkeit Einkommen zu generieren? Etwa gar unser Weg in die finanzielle Freiheit? In diesem Artikel gehen wir dem Mining auf den Grund – und rechnen mal nach.

Disclaimer: Keine Anlageberatung!
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Was ist Kryptomining eigentlich?

Mining ist das Rückgrat aller Kryptowährungen. Denn wie ihr sicher bereits wisst, gibt es bei der Kryptowährungen keine Bank, die für uns Transaktionen ausführt oder überwacht. Ohne dem Mining könnten keine Transaktionen abgewickelt, oder die Integrität der Blockchain sichergestellt werden. Wer zur Blockchain mehr technische Details erfahren möchte, dem empfehle ich den zugehörigen Wikipedia-Artikel, der etwas tiefer in die Materie einsteigt als wir es in diesem Artikel heute tun wollen.

Es gibt viele verschiedene Arten von Währungen, deren Mining-Verfahren sich oft grundlegend Unterscheiden. So benötigen manche Währungen Rechenleistung, beispielsweise zur Verfügung gestellt von CPU`s, Grafikkarten oder ASICs. Dabei handelt es sich um so genanntes Proof-of-Work. In der Regel verbrauchen wir dabei eine Menge elektrischer Energie, was sich – vor allem in Deutschland – massiv negativ auf unsere Rendite auswirkt, aber dazu später mehr.

Oder sie bedienen sich dem Proof-of-Stake, benötigen wir nur wenig Rechenleistung und Energie, viel mehr erfolgen die mathematischen Beweise durch die Hinterlegung der eigenen Coins selbst. Eine der bekanntesten Währungen die nach und nach auf dieses Konzept umstellt dürfte Ethereum sein.

Ein Erfahrungsbericht

Ausflug in die Vergangenheit

Wir blicken zurück in das Jahr 2017. Das Jahr in dem der Preis für ein Ethereum von etwa 7€ auf über 700€ anstieg.

Der Einstieg

Ich hatte zu einem früheren Zeitpunkt das Mining mal durchgerechnet und aufgrund der zu hohen Energiekosten wieder verworfen. Proof-of-Stake war damals noch kein großes Thema. Doch als Ethereum in neue Preisregionen aufbrach, wurde das Mining augenscheinlich auch in Deutschland rentabel. Ich war noch relativ früh dran und konnte so eine kleine Miningfarm – basierend auf Grafikkarten – aufbauen, ohne überteuerte Preise für die Hardware bezahlen zu müssen.

Alles andere als passiv

Je nach Kurs wechselte meine Mining-Software automatisch zwischen den rentabelsten Währungen und lief so viele Monate vor sich hin. Hatte ich nun den Heiligen Gral des “passiven Einkommens” entdeckt? Eher nein.

Je nach Kurs blieben abzüglich der Stromkosten zwar tatsächlich Überschüsse in Form von Kryptowährungen übrig, so eine Miningfarm beschäftigt einem aber durchaus mehr als einem vielleicht lieb ist. Es ist praktisch eine ständige Überwachung unterschiedlichster Parameter wie Stromverbrauch und Klimatisierung notwendig. Auch die Miner selbst sollte man monitoren um schnell eingreifen zu können, falls mal etwas abstürzt. Eine Notabschaltung, mobil über das Handy sollte eingerichtet werden und auch über mögliche Brände muss man sich seine Gedanken machen.

In wie weit man so ein “Hobby” der Gebäude- und Hausratversicherung im Fall der Fälle klar machen kann steht dann nochmal auf einem anderen Blatt.

Also nein, passiv war das Einkommen definitiv nicht.

Das Ende

Ich hatte bereits zu Beginn entschieden, die Währungen nicht direkt zu verkaufen, sondern auf einer Hardware-Wallet * zu sparen. Übrigens meiner Meinung nach die sicherste Aufbewahrungsform * die es gibt. Produkte von Trezor * begleiten mich zu diesem Zweck nun schon einige Jahre ohne Probleme.

Das erste Jahr war vorbei, die Kurse sind wieder gefallen, die Erträge der Miningfarm sanken kontinuierlich, denn die Schwierigkeit bzw. Difficulty des Proof-of-Work steigt kontinuierlich an. Angefallene Stromkosten konnte ich leider nicht mit Kryptowährungen bezahlen und ihr könnt mir glauben, die waren wie erwartet – immens. Ich stand an einem Scheideweg, entweder die Farm vergrößern und optimieren oder aussteigen. Letztlich nahmen mir die zu der Zeit vorherrschenden Hardwarepreise die Entscheidung ab. Ich verkaufte alles an Hardware was ich hatte und konnte damit alle bis dahin angefallenen Kosten decken – eine Situation die ich so zu Beginn natürlich nicht kalkulieren konnte.

Zurück in die Gegenwart

Hat sich das Mining gelohnt? Jain!
Es hat sich vor allem durch glückliche Umstände gelohnt.

  • Kryptowährungen nicht verkauft
  • Hardware zu normalen Preisen gekauft
  • Hardware im Wert gestiegen
  • Positive Kursentwicklung der Währungen

Man muss hier klar betrachten, das die Risiken meiner Meinung nach nicht im Verhältnis zum Gewinn standen und das auch heute nicht tun. Hätte ich das Geld für die Miningfarm sowie die Stromkosten direkt in die Kryptowährung investiert, hätte ich passiv, ohne Arbeit ein kleines Vermögen verdient. Denn der Wert von ETH ist seither um 3800% gestiegen.

Schauen wir uns Beispiele an

Beispiel 1 ETH

(Stand 29.08.2021)

Ethereum Mining
Kryptomining im Jahr 2021 - Lohnt sich das? 9

Wir bauen uns ein Mining-Rig für den Betrieb in Deutschland mit 20x NVIDIA RTX 3090 Grafikkarten. Aktueller Preis lt. Geizhals.de 2279€ pro Stück. Dazu benötigen wir natürlich noch diverse Kleinteile, Mainboard, CPU, RAM, Netzteil usw. dafür veranschlage ich pauschal günstige 1000€. Gebäudeausstattung wie zum Beispiel die Klimatisierung lassen wir raus.

Das Rig kostet uns also 46.580€.
Die Stromkosten veranschlagen wir mit 0,25€/kWh.
Für die Ertragsprognose nutze ich minerstat.com.
Im aktuellen 3-Tages-Durchschnitt wäre Ethereum die rentabelste Währung, damit erhalten wir mit unserem Setup 159,60€/Tag, davon ziehen wir 34,80€ Stromkosten ab.

Es bleiben uns 124,80€/Tag übrig.
Wir brauchen also 373 Tage bis unsere Farm bezahlt ist.

Könnte sich doch lohnen oder? Leider gibt es da noch weitere Faktoren.

Die Difficulty steigt an. Siehe folgenden Chart:

Ethereum Network Difficulty Chart
(Quelle: etherscan.io / Stand 29.08.2021)

Das bedeutet unsere täglichen Einnahmen werden sinken, falls der Kurs nicht steigt. Unsere endgültige Rentabilität hängt also massiv von einer positiven Kursentwicklung ab. Aus unseren 373 Tagen könnten also durchaus auch 500 oder 600 werden, in dieser Zeit müssen wir dann auch mögliche Ausfälle einkalkulieren was unseren ROI noch weiter nach hinten verschiebt.

Beispiel 2 BTC

(Stand 29.08.2021)

Bitcoin Mining
Kryptomining im Jahr 2021 - Lohnt sich das? 10
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Nagut, vielleicht wäre das Mining von Bitcoin eine sichere Sache?

Einen Bitcoin-Miner können wir nicht mit üblicher PC-Hardware selber bauen, sowas müssen wir uns fertig kaufen. Der Miner ist auch ausschließlich für das Mining zu gebrauchen, sinken also die Kurse und steigt die Difficulty an, sinkt der Wert der Miner entsprechend ab.

Wir rechnen mal mit fünf Antminer S19j Pro 100TH/s für je 10.000USD. Dazu kommt auch wieder etwas Peripherie, hier veranschlagen wir wieder günstige 1000€. Gebäudeausstattung lassen wir auch in diesem Beispiel raus.

Die Hardware kostet uns diesmal 43.389,40€. Strom * weiterhin 0,25€/kWh.
Die Ertragsprognose von minerstat.com gibt uns folgende Werte aus:
Im aktuellen 3-Tages-Durchschnitt wäre Bitcoin Cash die rentabelste Währung, damit erhalten wir mit unserem Setup 161,30€/Tag, davon müssen wir 91,50€ Stromkosten abziehen.
In diesem Szenario bleiben uns also nur noch 91,50€/Tag übrig. Wir brauchen also satte 474 Tage bis unsere Farm bezahlt ist.

Auch hier steigt die Difficulty weiter an, wie man im folgenden Chart gut sehen kann.

(Quelle: www.blockchain.com / Stand 29.08.2021)

Das bedeutet, unsere täglichen Einnahmen sinken kontinuierlich, falls der Kurs nicht entsprechend steigt. Zusätzlich können wir die Miner nur zum Mining verwenden und nicht ohne weiteres bei fallenden Kursen an PC-Gamer weiterverkaufen.

Beispiel 3 Staking

(Stand 29.08.2021)

Wie oben beschrieben gibt es aber auch noch andere Formen des Mining – das Staking.
Ethereum stellt nach und nach darauf um, dazu reicht ein kleiner stromsparender PC aus, der die Transaktionen bestätigt. Hier sind die Investitionskosten in Hardware oder die Energie also kein maßgeblicher Faktor mehr.

Super, das muss sich doch lohnen! Legen wir doch gleich mal damit los!
Einen Moment…

Um einen eigenen Validierungs-Node für Ethereum betreiben zu können, brauchen wir mindestens 32 ETH. Das wären aktuell 86.864,79€. Haben wir weniger, müssen wir uns einem Staking-Pool anschließen. Anders als bei den vorherigen Beispielen brauchen wir also bereits eine gewisse Menge der entsprechenden Währung und können nicht einfach bei null starten. Auch ein Wechsel der Währung ist nicht ohne weiteres möglich.

Jetzt stellt sich eine entscheidende Frage, gibt es noch weitere Haken an der Sache?

Der eigene Validator

Betreiben wir nun unseren eigenen Node weil wir das wollen und weil wir mindestens 32 ETH besitzen, so legen wir unsere Coins quasi bei uns selbst an und erhalten dafür aktuell rund 6% Rendite. Das Staking bei Ethereum ist noch relativ neu und es gibt Risiken beim Staking die man beachten sollte. So weist ethereum.org selbst darauf hin, dass bei:

  • böswilligen Taten
  • offline gehen
  • versagen bei der Validierung

auch Verluste eintreten können.

Hm, das ist mir für Zuhause dann doch etwas zu gefährlich. Wir könnten uns im Rechenzentrum einen entsprechenden Host mieten, der wäre wohl besser vor fremden Zugriffen oder Ausfällen geschützt. Trotzdem tue ich mich noch schwer die tatsächlichen Risiken realistisch einzuschätzen und würde daher noch die Finger davon lassen.

Der Staking-Pool

Wenn wir auf das Betreiben eines eigenen Nodes keine Lust haben oder schlicht nicht genug ETH, könnten wir uns einem Staking-Pool anschließen.

Diese finanzieren sich meist durch das Einbehalten einer kleinen Gebühr. Wir geben also von unsere Rendite einen kleinen Teil an den Pool-Betreiber ab. Es gibt viele verschiedene Arten solcher Pools mit verschiedenen Wegen, wie die eigenen Coins dort hinterlegt werden sowie unterschiedlichen Mindesteinlagen. Eine Übersicht gibt es bei beaconcha.in.

Leider haben alle Pools etwas gemeinsam, man gibt einen gewissen Teil der Kontrolle über seine Coins ab. Auch wenn diese (je nach Anlageart) in der Regel nicht gestohlen werden können, so ist man bei einer etwaigen Strafe wie bei Validierungsfehlern definitiv mit dabei. So geschehen im Februar 2021 bei dem Anbieter Staked.

Mir persönlich ist auch diese Variante für 5-6% p.a. noch etwas zu heiß.

Die Steuer

Wir müssen beachten, das Mining/Staking nicht steuerfrei ist. Beim Mining werdet ihr unternehmerisch tätig und müsst eventuell erzielte Einnahmen auch versteuern. Das ist leider nicht gerade wenig was ihr da abgeben müsst. Ihr solltet euch deshalb dringend mit einem Steuerberater unterhalten, bevor ihr so ein Unternehmen in die Praxis umsetzt. Falls ihr dann im laufenden Betrieb die Steuererklärung nicht selber machen wollt, sollte man jährlich nochmal mindestens 1000€ für den Steuerberater einplanen. Für einen ersten Einblick zum Thema Steuern empfehle ich euch die Artikel des Lohsteuerhilfe e. V. zum Thema Kryptowährungen.

Fazit

Wie ihr seht, ist es nicht möglich eine fixe Ertragssumme für das Mining zu kalkulieren. Ein großer Faktor in diesem Spiel ist und bleibt Glück. Meiner Meinung nach, ist so ein Mining Vorhaben in Deutschland kaum mehr sinnvoll umzusetzen. Durch die hohen Energiekosten und die hohe Steuerlast steht der mögliche Gewinn kaum im Verhältnis zum Aufwand. Vor allem in Anbetracht das es einfacher Möglichkeiten gibt in Kryptowährungen zu investieren.

Während die Miner in Deutschland bei fallenden Kursen schnell in die roten Zahlen rutschen, werfen diese in günstigen Ländern weiterhin Gewinn ab. Gegen diese Konkurrenz haben wir kaum eine Chance. Solltet ihr 24/7 (die Betonung liegt auf 24/7!) sehr günstigen Strom * bekommen, sieht die Rechnung ggf. etwas anders aus.

Staking könnte in naher Zukunft jedoch durchaus eine rentable Möglichkeit sein, seine Coins zu vermehren.

Bis dahin investiere ich direkt in Kryptowährungen, was sehr viele Vorteile mit sich bringt.
Der Aufwand ist sehr gering und die Steuerlast kann unter gewissen Umständen ebenfalls gering gehalten werden. Außerdem ist eine breite Diversifikation über viele Kryptowährungen hinweg ohne weiteres möglich und es bleibt Zeit, sich auch noch anderen Investments wie dem P2P-Lending zu widmen.

Seit kurzem ist es sowohl bei Trade Republic * als auch Scalable Capital * möglich, neben Aktien, ETF´s usw. auch günstig Kryptowährungen zu handeln. Diese Funktion nutze ich persönlich sehr gerne für das kleine Investment zwischendurch. So habe ich nicht noch eine App mehr auf dem Handy und muss mir keine Sorgen über die Seriosität der Anbieter oder das Aufbewahren der Coins machen.

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