Girokonto der Extraklasse? Mein Vivid Erfahrungsbericht

Kostenloses Girokonto Vivid

Die modernen “Neobanken” vermehren sich so schnell, dass man kaum den Überblick behalten kann. Mit Vivid * gibt es jedoch eine Online-Bank, die aus der Masse heraussticht: Dank des sehr attraktiven Cashback-Modells hat sich Vivid * schnell einen Namen gemacht.

Aber kann ein einzelnes Feature ausreichen, um die klassischen Girokonto *-Angebote der etablierten Konkurrenz alt aussehen zu lassen, oder hat Vivid noch mehr zu bieten? Ich habe es für dich ausprobiert – hier ist mein Erfahrungsbericht!

Einfacher Start bei Vivid

Vivid zählt zu den “Neobanken”, also Banken, die keine eigenen Filialen besitzen und ihre Dienste nur online, bzw. per Post abwickeln. Die Einsparung von Personal und Örtlichkeiten ist einer der Gründe, weshalb solche Anbieter in der Regel deutlich günstiger als reguläre Geldhäuser sind.

Auch Vivid ist hier keine Ausnahme: Das eigene Konto ist komplett kostenlos und bietet dir sämtliche grundlegenden Funktionen die wir bereits vom üblichen Girokonto * kennen. Lediglich für einige der extra Dienstleistungen benötigst du eine “Vivid Prime”-Mitgliedschaft, die dich aktuell 9,90 Euro pro Monat kostet – dazu jedoch im zweiten Teil des Erfahrungsberichts mehr.

Der Start ist generell denkbar einfach und funktioniert ausschließlich über die Vivid-App, die für iOS und Android verfügbar ist. Hier werden typische Informationen abgefragt und deine Identität über ein Videoident-Verfahren bestätigt. Das ganze funktioniert reibungslos und ist in ein paar Minuten erledigt.

Vivid Dashboard
App Dashboard

Auch der Willkommensbonus, der wohl für viele ein wichtiger Grund für den Start bei Vivid sein dürfte, wird zuverlässig ausgezahlt. Die genauen Summen sind dabei immer von der aktuellen Werbekampagne der Bank abhängig. Zum Verfassungszeitpunkt dieses Blog-Beitrags gibt es 20 € Startbonus (Voraussetzung: eine Transaktion mit mindestens 20 € innerhalb der ersten 30 Tage), sowie bis zu 50 € in Cashback für Einkäufe bei ausgewählten Firmen.

Das alles gibt’s kostenlos

Vivid bietet dir ein kostenloses Konto mit einer Vielzahl von nützlichen Funktionen sowie ein Premium Abonnement, das zusätzliche Vorteile bietet. Da sich die Mehrzahl der Kunden für das kostenfreie Angebot entscheidet, will ich dieses in meinem Erfahrungsbericht auch zuerst beleuchten.

Die gute Nachricht gleich vorab: alles, was du im Alltag von einer Bank erwartest, ist bei Vivid kostenlos. Überweisungen, Kontoführung, Bezahlen weltweit kosten uns keinen Cent. Sogar Bargeld lässt sich am Automaten ohne Gebühr holen – solange es nicht mehr als 200 Euro pro Monat sind (1.000 € mit Vivid Prime).

Besonders nützlich ist die Möglichkeit, bis zu 15 Unterkonten mit jeweils eigener IBAN-Nummer anzulegen. Diese Unterteilung, so genannte “Pockets”, hilft ungemein dabei, die eigenen Finanzen zu organisieren und zum Beispiel in einen Bereich für Rechnungen, einen Bereich für Aktien, einen für alltägliche Ausgaben usw. zu unterteilen.

Erstellst du eine neue Pocket, hast du außerdem die Auswahlmöglichkeit “Investment”. Denn bei Vivid kannst du auch in Aktien, ETFs und Kryptowährungen anlegen (ACHTUNG: Verlustrisiko!). Auch das funktioniert größtenteils kostenlos! Lediglich bei Transaktionen an der US-Börse wird eine Gebühr von 0,5 % verlangt, um deine Euros in Dollar umzuwandeln. Außerdem ist im “Free-Plan” nur ein Krypto-Trade pro Monat gratis.

Die Auswahl von verfügbaren Aktien und Co. ist brauchbar und “nice to have”, sie dürfte jedoch keinen interessierten Investor hinterm Ofen hervorlocken, denn andere spezialisierte Anbieter wie Trade Republic oder Scalable können mit einer deutlich größeren Auswahl glänzen.

Kostenloses Girokonto und Vivid Debit Visa Karte
Bei Erstanmeldung über meinen Link erhältst du einen Willkommensbonus von Vivid und unterstützt du den Blog. Vielen Dank! *

Eine sehr schicke Visa Debit Karte aus Metall gibt es ebenfalls kostenlos, sofern wir unser neues Konto zu Beginn mit mindestens 200 Euro aufladen. Wer das nicht möchte, kann alternativ einmalig 9,90 Euro abtreten. Hier fällt sofort auf, dass die Karte keine Nummer oder sonstige Informationen auf der Oberfläche hat – ein Feature, dass für mehr Sicherheit sorgen soll.

Auf die Sicherheit deines Geldes legt man generell großen Wert: Einlagen sind bis zu 100.000 Euro abgesichert und zahlreiche Features helfen dir dabei, deine Karte zu sperren, mit biometrischen Daten zu schützen oder Benachrichtigungen in Echtzeit zu erhalten. Während der Recherche für meinen Vivid Erfahrungsbericht funktionierte das alles reibungslos.

Cashback macht den Unterschied

All diese Features sind nett, du findest sie allerdings auch bei mehreren anderen Banken. Was Vivid jedoch besonders macht, ist das Cashback Programm, das die Firma auch aggressiv bewirbt. Hier versucht man sich von der Konkurrenz abzusetzen – mit Erfolg!

Nutzt du nämlich dein Konto für deine Einkäufe, kannst du einen Teil deiner Ausgaben wieder zurückerhalten. Der genaue Prozentsatz variiert dabei je nach deinem Abonnement (Vivid Prime Kunden erhalten naturgemäß mehr) und dem Ort, an dem du deine Karte zückst.

Grundsätzlich gibt es dabei zwei Arten des Cashbacks:

Die “Vivid Super Deals * sind spezielle Kooperationen mit Unternehmen wie Amazon, Ikea oder der Deutschen Bahn, bei denen du schnell Rückerstattungen im zweistelligen Prozentbereich einheimsen kannst! Vor kurzem gab es zum Beispiel starke 11 % Cashback bei Amazon – die genauen Angebote wechseln jedoch regelmäßig.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus den verfügbaren Cashbacks (Stand 27.09.2021):

Ausschnitt über verfügbare Vivid Cashbacks
Ausschnitt über verfügbare Vivid Cashbacks
(Stand 27.09.2021)

Diese Super Deals * haben jedoch zwei Nachteile:

  1. Zum einen ist die maximale Summe, die du durch das Cashback Programm pro Monat erhalten kannst, auf 50 Euro beschränkt. Das ist nachvollziehbar (Vivid wäre ohne dieses Limit wohl in kürzester Zeit pleite) und völlig in Ordnung. Deutlich unangenehmer ist die Tatsache, dass du nicht ohne weiteres an diesen Deals teilhaben kannst.
  2. Nur Neukunden kommen für 4 Wochen in den Genuss der Super Deals. Wer darüber hinaus profitieren möchte, muss andere Nutzer werben. Verwenden deine Freunde deinen Link zur Anmeldung bei Vivid, kannst du dich nochmal auf 8 Wochen Cashback freuen, aber selbst mit einem sehr großen Bekanntenkreis wirst du hier schnell an deine Grenzen stoßen.

Glücklicherweise gibt es aber auch noch das Prime Cashback *. Wie der Name schon vermuten lässt, steht es nur den Premium Kunden zur Verfügung:

0,1 % gibt es hier auf sämtliche Einkäufe, inklusive Lastschriften, die von deinem Konto abgehen. Wer außerhalb der EU seine Karte für Einkäufe zur Hand nimmt, erhält 1 % bzw. ganze 3 %, wenn es sich dabei um ein Restaurant handelt. Nutzt du Services wie Netflix, Amazon Prime oder Spotify, kannst du zusätzlich noch 5 – 10 % zurückerhalten, wenn du dein Vivid Prime Konto für die monatliche Abbuchung hinterlegst.

Insgesamt kannst du als Vivid Prime Kunde dadurch 100 Euro pro Monat verdienen. Da dir auch weiterhin die Super Deals mit bis zu 50 Euro offenstehen (sofern du genug Freunde geworben hast), lassen sich maximal 150 Euro pro Monat durch das Cashback Programm einkassieren.

Fazit: Für wen lohnt sich Vivid?

150 Euro pro Monat extra klingt sehr einladend – in der Praxis dürften allerdings nur die wenigsten Nutzer langfristig davon profitieren. Solltest du nach einiger Zeit nicht mehr in der Lage sein, weitere Kunden zu werben und so den Zugang zu den Super Deals verlieren, ändert sich der Gesamteindruck schnell: Das kostenlose Vivid-Konto * ist dann ein solides, günstiges Angebot, das unter der Konkurrenz von Banken wie N26 und Co. nicht wirklich hervorstechen kann.

Das Prime Modell mit seinen monatlichen Kosten von 9,90 Euro und der Aussicht auf bis zu 100 Euro Cashback kann jedoch eine interessante Alternative für alle bilden, die ihr neues Konto regelmäßig für Einkäufe und automatische Abbuchungen nutzen wollen.

Und “regelmäßig” ist hier auch das Stichwort: Planst du eine aktive Nutzung deines Kontos, kannst du die monatliche Gebühr durchaus wieder hereinholen. Das funktioniert am besten, wenn du deine Karte bei Abonnements wie Netflix und Amazon Prime hinterlegt, da sich die 10 % Cashback dort schnell rechnen. Auch während meines Tests für diesen Erfahrungsbericht habe ich schnell und umfangreich von diesen Möglichkeiten profitiert.

Vivid befindet sich durch sein Preismodell in einer “Ganz oder gar nicht”-Situation: bei intensiver Nutzung, zum Beispiel als Hauptkonto/Gehaltskonto, lohnt sich das Prime Abonnement in kürzester Zeit. Wer hingegen ein kostenloses Girokonto oder Investment-Portfolio sucht, kann getrost bei Vivid einsteigen – oder zur Konkurrenz gehen, denn hier gibt es kaum nennenswerte Unterschiede.

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